06.12.2022 Stories

Projekt Wiederaufbau Kulturzentrum im Altaigebirge


Zwischen Tradition und Moderne– Wiederaufbau eines Kulturzentrums im Altaigebirge

Im letzten Dezember-Newsletter habe ich über den geplanten Wiederaufbau eines Kulturzentrums mit einem buddhistischen Kloster berichtet. Die Begegnung mit dem tuwinischen Stammesführer im Oktober letzten Jahres bewog mich dazu, mehr über die Kultur dieses Urvolkes in der Mongolei zu erfahren. Während einer Reise im Frühjahr 2022 besuchte ich den Standort des geplanten Klosters und die Nomaden im Altaigebirge. Dank einer grosszügigen Spende von Stellenwerk konnte die Fortsetzung des Wiederaufbaus zwischen Mai und September 2022 sichergestellt werden. Inzwischen ruhen die Bauarbeiten, da die Temperaturen auf bis zu -40° gesunken sind.

Die Grundmauern stehen

Wenige Kilometer von der chinesischen und russischen Grenze liegt der kleine Ort Tsengel. Die Kultur des Urvolkes, der Tuwa-Nomaden ist hier kaum sichtbar. Der Ort wird von Menschen kasachischer Herkunft dominiert. Das soll sich mit dem Wiederaufbau des seit 90 Jahren stillgelegten Klosters ändern. Im Hintergrund ist das alte Kloster zu sehen, welches in ein Kulturzentrum umgebaut wird. Im Vordergrund stehen die neuen Aussenmauern für ein buddhistisches Kloster. Die Hälfte der Baukosten für das schlichte Gebäude wollen die Nomaden durch Spenden und Eigenleistungen selbst aufbringen.

Der Nomade oben im Bild verbringt die Wintermonate in Ulaanbaatar um seine Enkel zu hüten.

Was bedeutet der Wiederaufbau für die Nomaden?

«Wir Nomaden sind seit Jahrhunderten mit der Natur verbunden und wir sorgen uns um die Zukunft unserer Lebenskultur. Die Millionenmetropole verschlingt immer mehr Menschen, die bisher auf dem Land wohnten. Die Menschen entfernen sich immer mehr von ihrer Kultur und vergessen ihren Ursprung. Das neben dem Kloster stehende Begegnungszentrum soll auch als Zeitzeuge unserer Kultur dienen und für nachfolgende Generationen zugänglich sein. Ein Begegnungsort, der die Menschen verbindet, die Halt, Ruhe und Sicherheit suchen, ist wichtig.»

Der Sohn dieses Nomaden kam vor wenigen Jahren auf tragische Weise ums Leben. Das Pferd des Jugendlichen kam eines Tages ohne Reiter zurück. Nach tagelanger Suche fanden sie den leblosen Körper.

«Wir können den Verlust unseres Sohnes nie vergessen. Meine Frau leidet immer noch sehr darunter und ist seither gesundheitlich angeschlagen. Die Natur heilt zwar unsere Schmerzen und gibt uns Kraft weiterzumachen. Ein Ort wie das Kloster gäbe uns zusätzlich Halt und Verbundenheit.»

Die Projektidee

Mit dem Projekt RASCHDECHINLEN KHIID soll die inklusive Haltung der mongolisch-buddhistischen und schamanischen Lebensweise wieder sichtbar werden. Im Kulturzentrum wird ein Archiv eingerichtet, welches die tuwinische Lebenskultur für die Nachwelt bewahrt. Das Kloster soll in seiner Schlichtheit die mongolisch-buddhistischen Lebensformen vorleben.

Unterstützen auch Sie die nächste Bauphase für das Kloster Raschdechinlen im Altaigebirge von Mai – September 2023.

Kontoverbindung OFHM (Spenden sind steuerabzugsberechtigt)

IBAN: CH82 0078 1622 7909 0200 0
Bank: St.Galler Kantonalbank Rapperswil-Jona
Begünstigter: Open Hearts for Mongolia, 6000 Luzern

Oder direkt online:
Vermerk: Wiederaufbau Kloster


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