01. Juli, 2019 / Stellenwerk News

Cordelia Cadonau im Interview

„Mach’s einfach und überleg nicht zu lange!“

Cordelia Cadonau, Mitarbeiterin Administration, spricht über ihren beruflichen Weg vom „Haare schneiden“ in den Büroalltag. Trotz Vorurteilen und negativen Reaktionen, hat sie es geschafft.

Nach der obligatorischen Schulzeit hast du dich entschieden, die Lehre als Coiffeuse zu machen. Wie ging es danach beruflich weiter?

Nach der Lehre blieb ich noch wenige Monate im Lehrbetrieb und wechselte danach in ein anderes Geschäft. Dort arbeitete ich 5 Jahre als Coiffeuse und besuchte nebenbei die Weiterbildung zur Lehrlingsausbildnerin. Nach einem Jahr absolvierte ich ebenfalls berufsbegleitend den eidg. Fachausweis Coiffeuse. Ich arbeitete sehr viel und war ehrgeizig, wodurch ich 2016 die Position als Filialleiterin übernehmen durfte. 2017 kam dann der Moment, wo ich etwas Neues kennenlernen wollte und temporär bei Stellenwerk im Front Office startete. Als ich dann 2018 festangestellt wurde, freute mich das sehr. Ich blieb noch einige Monate im Front Office, wechselte dann schrittweise ins Back Office und besuchte die Weiterbildung zur Personalassistentin.

Was war deine Motivation aus der Coiffeur Branche auszusteigen?

Ganz einfach, ich hatte alles erreicht, was ich wollte. Ich hätte noch die Meisterprüfung ablegen können, aber der Reiz war nicht mehr da. Ich wollte eine neue Herausforderung, an der ich wieder wachsen kann. Und andererseits, als Coiffeuse zu arbeiten ist sehr hart und teilweise auch belastend. Man mag es kaum glauben, aber die täglichen Geschichten von Kunden, die mit ihrem Leben unzufrieden sind, können mit der Zeit belastend sein. Man hört gerne zu und versucht Tipps zu geben, bis einem wieder bewusst wird – eigentlich bin ich doch „nur“ die Coiffeuse? Anfangs hatte ich auch eine Leidenschaft für diesen Beruf. Leider wurde mir diese genommen durch die Art und Weise wie die meisten diesen Beruf bewerten. Ah ja, du bist ja NUR Coiffeuse. Es ist sehr schade, dass die meisten so negativ darüber denken.  

Wie hat dein Umfeld reagiert, als du dich entschieden hast, die berufliche Richtung zu ändern?

„Ich muss lachen“ Die meisten meiner Kunden waren schockiert. Sie haben mir den Wechsel ins Büro nicht zugetraut und haben mein Vorhaben belächelt. Familie und Freunde hingegen haben sehr positiv reagiert. Sie haben zwar erwartet, dass ich meinen eigenen Salon eröffne, aber standen auch für diesen Plan vom ersten Tag an hinter mir.

Schliesslich bist du bei Stellenwerk im Büroalltag angekommen. Woher kam dann der Wunsch vom Front Office in‘s Back Office zu wechseln?

Ehrlich und offen gesagt - Ich hatte genug von unzufriedenen Menschen und wollte daher weniger Kundenkontakt haben. Ich war so viele Jahre im direkten Kundenkontakt und spürte, dass ich das nicht mehr möchte.

Was war deine grösste Herausforderung in den letzten 4 Jahren?

Ich selbst! Ich bin sehr ehrgeizig und ebenfalls sehr streng zu mir selber. Meine Ziele müssen immer hoch sein, damit ich mir selber beweisen kann, dass ich es schaffe. Schon früh merkte ich bei den ausgeübten Sportarten, dass ich meine persönliche Leistung stets steigern wollte.

Was würdest du jemandem empfehlen, der mal am gleichen Punkt steht?

Mach es einfach. Denk nicht zu lange darüber nach, egal ob es etwas Privates oder Geschäftliches ist. Du kannst nur gewinnen.

Würdest du etwas anders machen?

Ja klar, ich denke wir alle würden das eine oder andere anders machen. Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, dann würde ich wohl mehr an mich glauben.

Wie sehen deine nächsten Ziele aus? Zurzeit besuche ich die Weiterbildung zur Payroll Spezialistin, welche ich im Herbst erfolgreich abschliessen möchte.