December 15, 2020 / Stellenwerk News

Rekrutierung im Ausnahmezustand

Levente Gregorin über seine Zeit bei Hamilton

Ausnahmezustand, «Lockdown», Corona. Praktisch von einem Tag auf den andern änderte sich unser Leben schlagartig. Während einige Branchen eher mit Kurzarbeit und Personalfreistellungen zu kämpfen hatten, waren andere Unternehmen durch die Pandemie auf zusätzliches Personal angewiesen; so zum Beispiel die Hamilton-Gruppe in Bonaduz und Domat/Ems in Graubünden. Hamilton entwickelt und produziert u.a Beatmungsgeräte und die dazugehörigen Verbrauchsmaterialien. Dank des von Hamilton entwickelten sog. «Flow-Sensors», welcher innerhalb des Beatmungsgerätes den Sauerstoffanteil und die Beatmungsfrequenz automatisch reguliert, sind die Hamilton-Geräte auf dem weltweiten Markt sehr gefragt.


Es erstaunt daher nicht, dass die Nachfrage frappant stieg. Im März gingen viermal so viele Bestellungen ein, wie einen Monat zuvor. Jedes Beatmungsgerät muss zunächst produziert werden und da diese Geräte von Hand zusammengesetzt werden, konnte man nicht einfach ein paar neue Maschinen anschaffen, welche die Arbeit erledigen. Es war «Manpower» gefragt, und dies zeitnah, da die Kundennachfragen dringend waren - es ging um Menschenleben. Dementsprechend war die Personalabteilung der Hamilton im Frühling unter starkem Druck, musste doch zeitnah das nötige Personal rekrutiert werden. Im Spätsommer folgte dann die Entscheidung, dass externe Unterstützung in der Rekrutierung Entlastung bringen sollte. Wie aber findet man schnell die passende Person, welche ohne lange Einarbeitung zügig «loslegen» kann?

Stellenwerk verbindet langjährige Beziehungen mit der Hamilton. So war Peter Locher, Verwaltungsrat und Mitbegründer der Stellenwerk AG, dazumal in den 80ern einer der ersten Mitarbeitenden der Hamilton Medical AG. Der persönliche Bezug war also vorhanden. Zudem war auch die operative Zusammenarbeit in den letzten Jahren relativ eng, konnten wir doch einige Fachspezialisten bei Hamilton platzieren. Neu dagegen war die intensive Zusammenarbeit im Temporärgeschäft, welche im Frühling 2020 ihren Anfang nahm, vor allem in der Produktion. Dies war für Hamilton schlussendlich der entscheidende Faktor, für externe Rekrutierungsunterstützung auf Stellenwerk zuzugehen.

Mein persönlicher Eindruck

Als junger und abenteuerlustiger Mensch muss man bei einer solchen Möglichkeit natürlich nicht lange überlegen und so war meine Antwort schnell klar, als ich von Maurice Locher angefragt wurde; ich fühlte mich durchaus auch ein wenig geehrt. Danach ging es schnell, innerhalb von zwei Wochen zog ich von Würenlos im Limmattal ins schöne Bündnerland um, und startete bei Hamilton als HR-Recruiter. Einer kurzen, effizienten Einführung folgten bereits am zweiten Tag die ersten Video-Interviews und die ersten Anstellungen für die Montage des Standortes Domat/Ems. So ging es weiter – mit hoher Kadenz. Durchschnittlich vier Interviews pro Tag, dazu die Klärung offener Punkte und Fragen mit Bewerbern und die Betreuung einiger Vakanzen; kurz – ich hatte mein Abenteuer. Jedes einzelne Interview war spannend, die Kandidaten vielfältig – genauso wie meine Rolle. Interessant war die Tatsache, dass ich auf einmal nicht mehr als «Vermittler» tätig war, sondern auf der anderen Seite agierte. Ich bin aber schnell in diese neue Rolle hineingewachsen – und konnte so meinen HR-Horizont erweitern.

Im späteren Herbst – nach erfolgreichen Rekrutierungen – konnten viele Vakanzen besetzt werden. Nun war meine Expertise in der Zentrale der Hamilton in Bonaduz gefragt. Dort werden Pipettierroboter produziert und auch in diesem Bereich gab (und gibt) es aufgrund der vielen Covid-19-Tests grosse Nachfrage nach Hamilton-Produkten. Somit konnte ich mein zuvor erworbenes Rekrutierungs-Knowhow auch in Bonaduz anwenden.

Was bleibt? Eigentlich nur Positives. Ich konnte ein Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes «von innen» kennenlernen und konnte viele neue Bekanntschaften machen. Das Hamilton Geräte produziert, welche zur Gesundheit unserer Gesellschaft beitragen, machte die Aufgabe noch wertvoller. Vor allem aber konnte ich mir in relativ kurzer Zeit viel Knowhow in der Rekrutierung aneignen; etwas, was ohne diese Möglichkeit kaum in diesem Masse möglich gewesen wäre. Nicht zuletzt konnte ich mich auch persönlich weiterentwickeln. Alles in Allem also eine sehr positive Erfahrung, für welche ich dankbar bin!