December 18, 2019 / Stellenwerk News

Alles digital oder was?

Vom schwere Säcke schleppen zur reinen Bildschirmarbeit – unser Kunde im radikalen Wandel

Die Post und Stellenwerk
Unser erster Kunde im temporären Verleih in Graubünden war die Schweizerische Post, PostMail, das Logistikzentrum Retourenverarbeitung und Videocodierung Chur (LRV). Die partnerschaftliche Zusammenarbeit startete 2006 im zweiten Geschäftsjahr von Stellenwerk, sechs Jahre bevor wir im Sommer 2012 unseren Standort in GR eröffneten. Seit über dreizehn Jahren arbeiten temporäre Mitarbeitende im LRV Chur. Eine derart lange Geschäftsbeziehung funktioniert nur durch gegenseitigen Respekt, Loyalität, Augenhöhe und Vertrauen, aber auch Verbindlichkeiten. Interessanterweise ist unser Churer Büro im 1904 erbauten Post, Telegraf und Zollgebäude an der Gäuggelistrasse 1 eingemietet.

Der Wandel des Postkonzerns
Die Geschichte des radikalen Wandels des Postkonzernes ist beeindruckend. Früher war bei der PTT alles unter einem Dach, von Postauto über die Brief- und Paketpostverteilung bis hin zur Telefonie und zum Telegraph. Ebenfalls hatte die Post das Monopol, heute ist der Mitbewerb immer intensiver und grösser. Im Zuge der Automatisierung, Zentralisierung und Digitalisierung hat sich die Institution komplett gewandelt.

Projekt REMA (REengineering MAilprocessing) – Konzentration auf Haupt- und Subzentren
Die heutige Briefpostverarbeitung ist im Konzernbereich PostMail angesiedelt. Früher wurden die Briefe in 18 Zentren, verteilt über die ganze Schweiz, verarbeitet. Im Zuge des REMA Projektes wurde 2007 die Verarbeitung auf drei Hauptzentren (Zürich Mülligen, Härkingen, Eclépens) und 8 Subzentren konzentriert. Für den Standort Chur war dieser Entscheid wegweisend, denn die bis anhin ausgeführte physische Sortierung der Briefpost hatte eine Auslagerung nach Zürich Mülligen zur Folge. Parallel dazu wurde dem Standort Chur als Kompensation jedoch die Retourenverarbeitung und Videocodierung zugesprochen. Die Transformation des Geschäftsmodells ist faszinierend, v.a. auch, da der gesamte Wandel in denselben Räumlichkeiten an der Gürtelstrasse 11 stattgefunden hat: Vom Ein- und Ausladen schwerer Postsäcke aus Bahnwagen - zum physischen Sortieren von diversen Briefpostsendungen - bis hin zur flinken und agilen Korrektur von fehlerhaften Adressen im Sekundentakt am Bildschirm. Die Digitalisierung und Automatisierung ist für den Standort Chur gleichzeitig eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Einerseits hat sich für die Mitarbeitenden das Anforderungsprofil aufgrund wechselnder Tätigkeiten geändert und andererseits war es weiterhin möglich, Arbeitsplätze in einer Randregion anzusiedeln.

Vom Säcke schleppen zur reinen Bildschirmarbeit
Aufgrund der körperlich anspruchsvollen, belastenden Tätigkeit des «Säckeschleppens und kippen» suchte man früher primär robuste, kräftige und körperlich belastbare Mitarbeitende, meistens Männer.

(siehe Bild)

Heute arbeiten vorwiegend Frauen im LRV Chur. Die anspruchsvolle Bildschirmarbeit erfordert sehr hohes Konzentrationsvermögen, Agilität und fehlerfreies Tastaturschreiben im 10-Finger-System. Früher hatten die Mitarbeitenden grössere Autonomie, heute ist die Teamarbeit und Interaktion wichtiger geworden. Viele Mitarbeitende haben diesen Wandel positiv aufgenommen, die angebotenen Umschulungen genutzt und sich in der IT bestens weitergebildet und wurden mit der Weiterbeschäftigung belohnt.

(siehe Bild)


Heutiger Arbeitsplatz in der Videocodierung: Täglich werden über 220’000 Adressen überprüft und entweder die PLZ oder sogar die ganze Adresse richtig codiert.

Die Mitarbeitenden von Stellenwerk sind stolz, dass sie das LRV Chur seit 2006 durch den Wandel begleiten durften und seit diesem Sommer auch zu den bevorzugten Partnern im Personalverleih aller Gesellschaften des Postkonzerns in verschiedenen Regionen der deutschen Schweiz gehören.

Maurice Locher, Geschäftsführer